WM 1998 & das DFB Heimtrikot

WM 1998 & das DFB Heimtrikot

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 fand im benachbarten Frankreich statt und Deutschland gehörte neben dem Gastgeber und Weltmeister Brasilien als amtierender Europameister zu den Top-Favoriten auf den WM-Titel.

Neben dem sportlich enttäuschenden Auftreten der DFB-Auswahl sorgten vor allem deutsche Hooligans mit ihrem Verhalten für Negativschlagzeilen. Diese hatten beim Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Jugoslawien den französischen Polizisten, Daniel Nivel, lebensgefährlich zusammengeschlagen.

Video: Die WM 1998 in Frankreich (Viertelfinale) Deutschland scheidet aus

Das deutsche HeimTrikot bei der WM 1998

Das deutsche WM-Trikot zur Endrunde 1998 orientierte sich designtechnisch an seinem Vorgänger und setzte auf eine auffallende schwarz-rot-goldene  Brust. Der V-Ausschnitt wurde ebenfalls mit den Deutschland-Farben sowie dem Logo des DFB bestückt.

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Der Kader der deutschen Nationalmannschaft

Bundestrainer Berti Vogts setzte bei der WM 1998 auf viele etablierte Kräfte, mit 24 Jahren war Jens Jermies vom FC Bayern München der jüngste Spieler im deutschen Kader. Mit Christian Ziege, Andreas Köpke, Oliver Bierhoff und Jügen Klinsmann setzte Vogts zudem auf vier Legionäre. Angeführt wurde die Mannschaft von Kapitän Klinsmann, der bereits 1994 unter Vogts eine tragende Rolle bei der Fußball-WM in den USA übernahm. Auch für Lothar Matthäus, der mit 37 Jahren der älteste Spieler im deutschen Kader war, sollte die WM in Frankreich das letzte große internationale Turnier im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft werden. Mit Mario Basler, Mehmet Scholl und Lars Ricken ließ Vogts drei Kreativspieler daheim und sorgte damit im Vorfeld des Turniers für Aufsehen. Vor allem die „Ausbootung“ von Ricken wurde medial thematisiert, da Vogts dem jungen Dortmunder eine WM-Teilnahme „versprochen“ hatte und sich letztendlich nicht an sein Wort gehalten hatte.

Mit jeweils drei Treffern in fünf Spielen gehörten vor allem Bierhoff und Klinsmann zu den Leistungsträgern der deutschen Mannschaft. Lediglich Andreas Möller gelang bei der WM-Endrunde noch ein weiterer Treffer für die DFB-Elf.

Das war die WM 1998 für Deutschland

In der Vorrundengruppe F traf Deutschland neben dem Iran und Jugoslawien auch auf die USA. Zum Auftakt am 15. Juni in Paris feierte man einen souveränen 2:0 Erfolg gegen die US-Amerikaner. Andreas Möller erzielte bereits in der 8. Minute die frühe Führung für Deutschland, Klinsmann setzte in der zweiten Halbzeit mit dem 2:0 den Schlusspunkt der Partie. Besonders bemerkenswert an dem Spiel war die Tatsache, dass Jens Jeremies sein Debüt im Trikot der DFB-Auswahl bei einer WM gab und Vogts den defensiven Mittelfeldspieler von Anfang an einen Stammplatz anvertraute.

Video: Deutschland – USA 2:0

Am 2. Vorrundenspieltag spielte man 2:2 Unentschieden gegen Jugoslawien, was auf den ersten Blick wie eine Enttäuschung aussieht, enpuppte sich mit Blick auf den Spielverlauf als ein Punktgewinn. Deutschland war bis zur 70. Minute 0:2 zurückgelegen und konnte sich durch ein Eigentor von Sinisa Mihajlovic und einen Treffer von Olvier Bierhoff  noch ein Remis erkämpfen.

Aufgrund der ausgeglichen Tabellensituation benötigte die DFB-Elf im letzten Gurppenspiel einen Sieg gegen den Iran um sich aus eigener Kraft für das Achtelfinale zu qualifizieren. Erneut waren es die Routines Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff die Deutschland mit zwei Treffern auf die Siegerstraße brachten und Berti Vogts & Co. sich als Tabellenerster für die nächste Runde qualifzierten. Erstaunlich dabei ist vor allem die Tatsache, dass die deutsche Mannschaft an diesem Tag die älteste in 90 Jahren DFB-Länderspielhistorie war. Durch die Hereinnahme von Olide Lothar Matthäus stieg der Schnitt auf rd. 32 Jahre an. Auch der Umstand, dass Deutschland aufgrund der Farbwahl der anderen Mannschaften in allen Gruppenspielen sein Heimtrikot einsetzen konnte, stellte in dieser Form ein Novum da.

Das Achtelfinale am 29. Juni in Montpellier gegen Mexiko entwickelte sich zu einer Zitterpartie für die deutschen Fans. Bei 33 Grad und prallem Sonnenschein waren die WM-Trikots von Matthäus & Co. bereits nach wenigen Minuten vollkommen durchnässt. Zu allem Überfluss geriet die DFB-Elf in der 37. Minute durch Hernandez mit 0:1 in Rückstand und dieser sollte bis in die Schlussphase halten, erst Jürgen Klinsmann glich in der 75. aus, eher Bierhoff drei Minuten vor Ende der Partie den heiß ersehnten 2:1 Siegtreffer für Deutschland erzielte. Auch wenn es letztendlich ein knapper Sieg war, dieses Spiel hatte bei vielen Fans und Spielern den deutschen Turniermythos wieder hervorgebracht, der die Hoffnungen und Ansprüche wachsen ließ.

Am 4. Juli kam es in Lyon im WM-Viertelfinale  zum Aufeinandertreffen mit Kroatien, jenes Duell gab es bereits zwei Jahre zuvor bei der EM in England als sich Deutschland mit 2:1 durchsetzen konnte. Diesmal jedoch durfte Kroatien am Ende jubeln und setzte sich in einer attraktiven Partie mit 3:0 durch. Entscheidender Moment dieses Spiels war die rote Karte für Christian Wörns in der 40. Minute nach einer Notbremse an Davor Suker. Kurz vor der Pause ging Kroatien mit 1:0 in Führung. Deutschland zeigte sich im zweiten Spielabschnitt kämpferisch und versuchte nochmals alles, fing sich jedoch in der Schlussphase durch Goran Vlaovic und Suker die Treffer zwei und drei.

Nach 1994 scheiterte Vogts auch 1998 im Viertelfinale und wurde nach der WM-Endrunde in Frankreich für seine Kadernominierung kritisiert. Deutschland wurde sowohl von der inländischen als auch ausländischen Presse als Rentnermannschaft betitelt, die dringend eine Verjüngungskur benötigt.